Buchempfehlungen Oktober

Münchhausen: Die Wahrheit übers Lügen von Flix und Bernd Kissel:

London, 1939. Der britische Geheimdienst hat ein riesiges Problem: ein alter Mann ist auf dem Dach des Buckingham-Palastes mit einer Art Heißluftballon gelandet. Angeblich aus Versehen. Der Mann ist ein Deutscher namens Bürger, hat aber keine Ahnung von Adolf Hitler. Er sei kein Spion, er wolle nur den Kaiser sprechen. Dabei glauben ihm die Briten kein Wort. Jedoch wollen sie zuerst mehrere Informationen von ihm erhalten. Leider müssen sie dafür irgendwie nach der Wahrheit aus Herrn Bürgers Geschichten rätseln: was richtig schwierig ist, weil der Mann nur Verwirrtes über Mondfahrten und -leute erzählt. Jetzt kommt der beste Psychoterapeut aller Zeiten an die Reihe: kein anderer als Sigmund Freud soll mit Herrn Bürger sprechen, um die Wahrheit in dessen Lügen zu enthüllen…

Münchhausen: Die Wahrheit übers Lügen ist eine Premiere für beide Autoren: Flix arbeitet zum ersten Mal als Szenarist und für Bernd Kissel ist das sein erstes Graphic Novel. Die Neuinszenierung ist witzig und gelungen.

Münchhausen: Die Wahrheit übers Lügen von Flix und Bernd Kissel ist 2016 in Hamburg im Carlsen Verlag erschienen und ist aus unserer Bibliothek zum Ausleihen erhältlich.

Flix_coverUnter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein von Mohamed Amjahid:

Mohamed arbeitet als Journalist, bezahlt seine Steuern, redet akzentfreies Deutsch, ist Atheist, Liberal, in Deutschland geboren und so weiter. Auf den ersten Blick ist er ein perfekt intergrieter deutscher Bürger. Jedoch heißt er Mohamed Amjahid und seine Hautfarbe ist vielleicht ein oder zwei Farbtöne „zu dunkel“ – diese zwei Tatsachen machen ihm das Leben als integrieter Bürger viel schwieriger. Deswegen sind seine Probleme unzählig und verschiedener Tiefe: ein Mal meint eine Immobilienagentin, dass er arbeitslos sei, allein wegen seines Namens. Bei der Passkontrolle in Texas, USA, wird er zeitweilig festgenommen und zusätzlich überprüft: eben weil er nicht weiß genug ist. Oder er wird in 2016 am Münchener Bahnhof mit Seife und Brot empfangen, obwohl er auf perfektem Deutsch erklären kann, dass er Journalist sei und in Deutschland arbeite. Oder es wird ihm auf patetisch gedehntes Deutsch erklärt, was ein Fahrradweg sei – obwohl diejenige hilfsbereite Person Bescheid weiß, dass er in Deutschland aufgewachsen ist und dass er perfektes Deutsch spricht.

Amjahid will mit seinem Buch zeigen, dass Rasissmus und Andersmachung nicht aufhören, nicht einmal wenn man ein arbeitender Bürger einer zweiten Generation in Deutschland ist; dass die Hautfarbe noch immer eine sehr große Rolle spielt und dass Vorurteile so weit gehen können, dass Integration gar nicht möglich ist. Ein leidenschaftlich geschriebenes Buch über ein hochaktuelles Thema.

Unter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein von Mohamed Amjahid ist 2017 in München im Hanser Berlin Verlag erschienen und kann aus unserer Bibliothek ausgeliehen werden.

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Buchempfehlungen September 2017

Elefantastisch: Auf nach Afrika! von Michael Engler und Joëlle Tourlnias:

Anton hört nicht richtig zu, was seine Mutter ihm wegen eines Pakets bittet: er muss es nämlich hoch zu seiner Nachbarin bringen. Anton ist aber viel zu beschäftigt, eine Schatzkarte zu zeichnen. Nach einer Weile kommt er aus seinem Zimmer heraus und findet ein riesiges Paket im Flur. Da erinnert er sich nur, dass irgendetwas mit dem Paket zu tun war. Er nimmt direkt an, das Paket sei bestimmt für ihn und öffnet es: drinnen steckt ein großes Plüschtier. Genauer gesagt, ein Elefant, der übrigens auch sprechen kann. Anton ist sehr neugierig; er will alles über Afrika erfahren und der Elefant erzählt gerne. Zusammen reisen sie durch den geheimnisvollen Kontinent…

Michael Engler gibt den Kindern einen Anlass, ihre Fantasie zu erwecken. Aus Elefantastisch lernen die kleinen Leser, dass man das Haus nicht unbedingt verlassen muss, um unglaubliche Abenteuer zu erleben. Die kuscheligen Illustrationen von Joëlle Tourlonias bieten einen weiteren Anstoß für die Vorstellungskraft des Lesers: man kann sehen, wie sich der Kleiderschrank in den Kilimandscharo verwandelt oder wie sich ein wilder Urwald unter dem Bett versteckt. Lesenswert für Groß und Klein!

Michael Engler und Livia Coloji, die Joëlle Tourlonias als Illustratorin vertreten wird, werden am 20. September in Temeswar lesen und zeichnen! Das Deutsche Kulturzentrum lädt Sie um 18.30 Uhr in die Buchhandlung La Două Bufnițe ein. Die Lesung wird zweisprachig sein. Der Eintritt ist frei Dank unserer Partner: das Goethe-Institut und die Buchhandlung La Două Bufnițe.

Elefantastisch: Auf nach Afrika! ist 2014 in Berlin im Annette Betz Verlag erschienen. 2016 wurde es in Bukarest im Univers Enciclopedic-Verlag ins Rumänische übersetzt. Beide sind aus der Bibliothek des Deutschen Kulturzentrums ausleihbar.

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Elefantastisch: Schatzsuche in Afrika von Michael Engler und Joëlle Tourlonias:

Die elefantastischen Abenteuer gehen weiter! Diesmal ist Luise, Antons Nachbarin auch dabei. An einem regnerischen Tag, an dem man nicht vieles anfangen kann, findet Anton eine Schatzkarte. Timbo, der sprechende Plüschelefant, erkennt den Berg, wo sich angeblich der Schatz befindet. Dieser ist nämlich in Afrika. Gleich bevor Anton und Timbo losziehen, klopft Luise an der Tür. Zusammen steigen die drei in das Fli-Fa-Schwimm-Mobil ein und fahren los! Mit diesem sonderbaren Fahrzeug fahren sie hohe Berge hinauf, tauchen ins Meer hinab und fliegen über die Wüste. Langsam, langsam nähern sie sich dem sagenhaften Schatz…

Elefantastisch: Schatzsuche in Afrika ist 2015 in Berlin im Annette Betz Verlag auf Deutsch erschienen. 2016 wurde es in Bukarest im Univers Enciclopedic-Verlag ins Rumänische übersetzt. Beide sind aus der Bibliothek des Deutschen Kulturzentrums ausleihbar.

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Woodwalkers: Carags Verwandlung von Katja Brandis:

Carag ist eine besondere Art von Berglöwe: er kann sich nämlich in einen Menschen verwandeln. Katja Brandis schildert die wilde Geschichte Carags aus dessen Perspektive. Man entdeckt dadurch die Welt eines Berglöwen, aber auch eines Woodwalkers. Wie sieht man die Welt der Menschen, wenn man im Wald aufgewachsen ist? Wie fühlt es sich an, wenn man sich verwandelt? Man betrachtet die Welt aus einer frischen Perspektive; dabei kann man sich in Carag sogar wiederfinden: auch als Mensch ist es manchmal schwierig, unter Menschen zu leben. Die Illustrationen von Claudia Carls tragen zu der saghaften Stimmung des Romans bei. Seite um Seite wird der Leser tiefer in Carags Welt verschlungen. Eine tierisch spannende Geschichte!

Woodwalkers: Carags Verwandlung ist 2016 in Würzburg im Arena Verlag erschienen und ist in unserer Bibliothek zum Ausleihen erhältlich.

60196-0_Brandis_Woodwalkers.inddWoodwalkers: Gefährliche Freundschaft von Katja Brandis

Carags Abenteuer gehen weiter! Das zweite Schuljahr an der Clearwater High bringt für den jungen Woodwalker viele Überraschungen.

Katja Brandis entfaltet die Welt der Woodwalker weiter: es erscheinen neue Gestalten und neue Situationen, mit der sich die schon bekannten Figuren auseinandersetzen müssen. Menschen- und Tierwelt prallen aneinander: Woodwalkers in Tiergestalt entführen Menschen, kämpfen gegeneinander; die Polizei der Menschen ist hilflos – die ganze Geschichte macht keinen Sinn für sie! Als Leser steckt man mittendrin im Geschehen und ist genauso überrascht wie Carag bei jeder Wendung der Erzählung!

Woodwalkers: Eine gefährliche Freundschaft von Katja Brandis ist 2017 in Würzburg im Arena Verlag erschienen und kann aus unserer Bibliothek ausgeliehen werden.

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Buchtipps für den Sommerurlaub

No Borders von Michael Barck:

In der Comic No Borders geht es um einen Hacktivisten, der 2040 entdeckt, dass er durch die Zeit reisen kann. Weil er diese Möglichkeit hat, versucht er die Entstehung der Totalüberwachung zu hindern. 2025 gab es einen grausamen Terroranschlag, der eine Metropole komplett zerstörte. Seitdem wurde eine neue Suchmaschine lanciert, die jeden Nutzer gleich identifizieren konnte. So konnten die Geheimdienste Terroristen früh identifizieren und jedwelches Attentat verhindern. Jedoch ermöglichte diese Supersuchmaschine eine Diktatur, in der man für eine einfache Suche im Internet verhaftet werden konnte und in der man sich unter permanenter Beobachtung befand.

61jwLfu8IoL._SX349_BO1,204,203,200_Heute ist leider schlecht. Beschwerden ans Leben von Ronja von Rönne:

Positivismus ist überbewertet; jedenfalls so ergibt es sich aus Ronja von Rönnes Texten. Manchmal hat man einfach richtig unproduktive und unglückliche Tage. Wie ich heute, beispielsweise. Ich habe alle Mails und Kleinigkeiten in einer Stunde erledigt, da ich mir schon früh vorgenommen habe, den ganzen Tag lang produktiv zu sein. Aber dann passierte es: ich begann dieses Buch zu lesen…

Ja, erst nachdem ich mehr als die hälfte des Buches gelesen habe (obwohl ich vorhatte, nur ein paar der kurzen Texten zu lesen), ist es mir eingefallen, was ich dazu schreiben kann: dieses Buch ist einfach über alles, von dem man die Nase voll hat. Ein Trost für jeden, der es einfach nicht schaffen kann, tagtäglich positiv und produktiv zu sein. Einfach lesenswert. Warum? Das müsst ihr doch selber herausfinden.

515wkm+xQjL._SX312_BO1,204,203,200_Wohlstand von TeMel:

Mirabelle ist eine junge Kellnerin aus der nicht-so-entfernten Zukunft – aus ihrem Sichtpunkt erfahren wir die Geschichte eines totalitären Regimes. Es ist das Jahr 2033. Nach einer Staatsinsolvenz in 2024 wurde die WSD gegründet: die Wohlstands-Sicherungs-Behörde. Schon von Anfang an zeigte die WSD ihre dunkle Seite: Bürger, die nicht mehr arbeitsfähig waren, wurden gezwungen, Selbstmord zu begehen. Langsam, aber sicher, wurden sogenannte Thanatos-Zentren gegründet: Orte, an denen man Selbstmord begehen sollte. Mirabelle versucht doch irgendwie in dieser Welt zurechtzukommen; aber die Probleme häufen sich an und die Vernunft lässt nach…

Don Quijote von Flix:

Alonso Quijano, also Don Quijote mit seinem bürgerlichen Namen, ist nichts als ein alter Wutbürger: er schreibt Briefe an die FAZ, dass sie gefälligst keine Comics mehr veröffentlichen und er will auch keinen Windpark in seiner beliebten Toboskow aufbauen lassen. Die liebe Dulcineea, Alonsos Erleuchtung, ist eine freche Mietzekatze, die ständig wegläuft. Sancho ist eigentlich Alonsos Neffe, der sich für Batman, den dunklen Ritter, hält. Zusammen sind die beiden unaufhaltsam.

Für die vollständige Buchtipps können Sie jeden Mittwoch zwischen 13.00 – 14.00 Uhr (auf 630 Khz MW) und zwischen 19.00 – 20.00 Uhr (auf 105,9 Mhz UKW) oder auf livestream die deutsche Sendung des Radio Temeswar hören. Die Sendungen sind jederzeit online abrufbar.

 

 

 

Was gibt’s zum lesen im Juni?

Hass im Netz von Ingrid Brodnig:

Heutzutage kommt man nicht mehr zurecht, ohne wenigstens einen Facebookprofil zu haben. Schon seit vielen Jahren heißt es, dass man nicht existiere, wenn man nicht auf Facebook sei. Wir verbringen mehr und mehr Zeit auf Social Media und im Netz überhaupt. Da kommt man in Verbindung mit der ganzen Welt. Dabei entsteht im digitalem Raum eine Öffentlichkeit, wo nicht zuletzt auch allerlei Debatten stattfinden. Das ist doch eine gute Sache für die Demokratie, würde man denken – Meinungsfreiheit, offene Debatten… Ein Raum, der uns ermöglicht, Brücken zu bauen. Leider hat das Netz auch eine dunklere Seite: Hassrede, Lügen und Mobbing sind schon Alltag im Internet. Da gibt es lauter toxischen User, die einen respektvollen Austausch unmöglich machen. Sie schimpfen, beleidigen, bedrohen alle anderen entweder „nur zum Spaß“ oder sogar, um ihre eigene „absolute Wahrheit“ den anderen zu erzwingen.Wie kommt man in so einem feindseligen Raum noch zurecht?

JUNI3Draußen rauchen ist Mord am ungeborenen Baum von Fritz Eckenga:

Allein der Titel genügt, um das Buch kurz zu fassen: da steckt viel Humor drin in Form von unerbittlichem Sarkasmus. Das Thema? Das kann man auch erahnen. Und zwar ist das kein Plädoyer für das Rauchen (oder doch?), sondern scharfe Kritik an die heutige Gesellschaft. Von Kurzgeschichten über Äpfelpressen bis hin zu im ernsthaften Ton geschriebenen Scherzmails an Angela Merkel kann man hier alles finden. Da bekommt man sogar einen Einblick in die französische Fußballsprache und lernt zwischendrin auch etwas zur österreichischen Landeskunde. Und wer die kurzen Texte trotzdem zu lang findet, hat eine weitere Auswahl: ein paar verstreute Gedichte liegen auch drin.

JUNI1Ich bin hier nur der Kumpel von Martin Gülich:

Immer ganz locker bleiben, bloß keine Hektik. Das ist Finns Lebensmotto. Mit Sechszehn hat er Wichtigeres zu tun, als sich zum Beispiel über Französisch oder Chemie Sorgen zu machen. Auch wenn er in diesen Fächern nicht genau die besten Noten hat. Finn will lieber Gitarre spielen. Damit er etwas mit einem Mädchen anfangen kann. So locker ist aber sein Leben gar nicht, doch das versteckt er sorgfältig vor den anderen. Beide seiner Eltern sind nämlich tot. Er lebt bei seiner Tante, mit der er sich trotz allem richtig gut versteht. Jedoch wird sein Leben komplizierter, denn Carla taucht in seiner Klasse auf: mitten im Jahr eine neue Kollegin!

JUNI2Für die vollständige Buchtipps können Sie jeden Mittwoch zwischen 13.00 – 14.00 Uhr (auf 630 Khz MW) und zwischen 19.00 – 20.00 Uhr (auf 105,9 Mhz UKW) oder auf livestream die deutsche Sendung des Radio Temeswar hören. Die Sendungen sind jederzeit online abrufbar.

 

Lieblingsbücher im Mai

Gefangen zwischen den Welten von Sara Oliver:

Ves Leben ist regelrecht durcheinander: mal wohnt sie in Kapstadt, mal in Athen, mal in L.A.. Sie und ihre Mutter, Karla, verbleiben nie länger als ein Jahr irgendwo auf der Welt – wegen Karlas Job. Jedes Mal heißt es neue Freunde, eine neue Schule und manchmal auch eine neue Sprache. Damit ist aber Ve schon gewohnt. Aber wenn sie obendrauf in den Sommerferien zu ihrem Vater nach Deutschland muss, weil Karla irgendeinen Vortrag in Kuala Lumpur hat, wird es schon zu viel.. Da entdeckt sie, dass ihr Vater in einem maroden Schloß wohnt und dass er verschwunden ist. Die einzige Person, die noch Ve helfen kann, ist Marcella, eine alte Kollegin ihres Vaters. Ve macht sich auf die Suche nach ihrem Vater und gelangt versehentlich in eine Spiegelwelt durch ein Wurmloch, das ihr Vater angeblich gebaut hatte…

biblio_4Der Theoretikerclub von Anja Janotta:

Linus, Albert und Roman haben einen Theoretikerclub gegründet, weil gescheite Leute theoretisch sehr gut zusammenpassen. In ihrem geheimen Baumhaus, auf ihrem Blog oder auf WhatsApp fachsimpeln sie und machen sich Kampfpläne gegen die Mädchen oder die feindselige Bande der Fußballspieler. Theoretisch klingt das super; jedoch zeigt sich, dass in der Praxis alles anders steht: so viel Unerwartetes kann passieren und den best durchdachten Plan zerstören! Anja Janotta schreibt eine witzige und einfühlsame Nerd-Geschichte. Dank der eingebauten Chat- und Blogeinträge ist Janottas Roman leicht lesbar und zur selben Zeit auch packend.

biblio_2Caspar und der Meister des Vergessens von Stefanie Taschinski:

Die Mitglieder der Familie Winter sind Puppenspieler seit mehreren Generationen. Dabei sind sie auch die besten, sogar weltberühmt. Caspar ist eines der drei Kinder der Familie Winter. Er kann nicht so gut Geschichten erfinden, wie es seine größere Schwester, Greta, für ihren kleinsten Bruder, Till, tut. Caspar ist eher an die Anfertigung von Marionetten interessiert und da kennt er sich besonders gut aus. Eines Tages gehen die beiden Brüder Eislaufen. Da taucht ein Mädchen auf, das aus ihrem Rucksack etwas klauen wollte, aber Caspar erwischt es rechtzeitig. Zu Hause angekommen bemerkt Caspar, dass nichts aus dem Rucksack fehlt; da ist sogar etwas drin, was vorher nicht da war: eine gruselige Holzpuppe ohne Kopf…

biblio_3Wir waren hier von Nana Rademacher:

Es ist das Jahr 2039. Anna ist 15 und lebt in Berlin. Aber das Leben in der Hauptstat ist gar nicht mehr so, wie wir es heute kennen: alles liegt in Trümmern. Es gibt kaum was zu essen und trinken. Die Militärregierung verteilt nur Dauerbrot und wenig Wasser. Viele sterben vor Hunger, andere verschwinden einfach plötzlich. Es ist Krieg: manchmal gibt es Luftangriffe und viel zu oft gibt es Aufstände wegen Mangel an Lebensmittel. Anna versucht mit ihren Eltern irgendwie zu überleben, aber das wird mit jedem neuen Tag schwieriger: ihre Eltern geben bald den Kampf ums Überleben auf.

Wir waren hier ist eine erschütternde Dystopie, die nicht weit weg in der Zukunft stattfindet. Es wird nur teilweise erklärt, wie die Welt zu diesem erbärmlichen Zustand gekommen ist. Es wird aber darauf gedeutet, dass es viel mit der Passivität der Generation von Annas Eltern zu tun hat.

bibilio_1Der schaurige Schusch von Charlotte Habersack:

Der Dogglspitz ist der höchste Gipel der Simmerlgebirge. Hier leben nur wenige Tiere: das Huhn, der Hirsch, die Gams, das Murmeltier und auch der Hase. Keiner von ihnen war je anderswo gewesen, als auf ihrem lieben Dogglspitz. Da erfahren sie eines Tages, dass der Schusch dort oben bei ihnen einziehen will. Der Schusch soll ein grausames Wesen sein: so groß wie ein Cola-Automat, so zottelig wie eine Zahnbürste und so und so und so… Obwohl keiner von den Tieren den Schusch je gesehen hatte, wussten sie schon Bescheid, dass er sogar auch nach nassem Hund stinkt. So einer darf doch nicht ihre schöne Bergspitze stören. Da schlägt einer vor, einen Zaun zu bauen, ehe der Schusch hinaufsteigt. Doch dafür ist es viel zu spät: alle seine Sachen sind bereits da oben! Der Schusch ist auch schon da! Die Panik steigt auf, als jedes Tier eine Einladung zu der Einweihungsparty bekommt…

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Für die vollständige Buchtipps können Sie jeden Mittwoch zwischen 13.00 – 14.00 Uhr (auf 630 Khz MW) und zwischen 19.00 – 20.00 Uhr (auf 105,9 Mhz UKW) oder auf livestream die deutsche Sendung des Radio Temeswar hören. Die Sendungen sind jederzeit online abrufbar.

Bücher für Aprilwetter

Das Geheimnis von Tylandor von Matthias Sachau:

Tylandor ist eine alte Stadt mit einer seltsamen Geschichte. In alten Zeiten war sie von unglaublichen Zauberern bewohnt. Mit ihrer Magie schufen Sie die am fortgeschrittendsten Stadt ihrer Zeit: in Tylandor gab es magische Straßenkugeln, die rund um die Uhr Leute durch die ganze Stadt transportieren konnten, magisches Licht und viel mehr. Leider verschwanden eines Tages alle  Einwohner dieser magischen Stadt. Spurlos. Tausend Jahre später rätseln die neuen Bewohner noch immer, wie man eigentlich wieder zaubern konnte…

Matthias Sachau ruft eine erstaunliche Fantasiewelt hervor, die sich dem Leser als Minenfeld von rätselhaften Überraschungen präsentiert.

9783423761277_1444213231000_xxlDie Monscheinsonate. Eine Geschichte zur Klaviersonate von Ludwig van Beethoven von Doris Eisenburger:

Beethoven geht auf einen nächtlichen Spaziergang durch den Schlossgarten seiner Freunde. Es ist Frühling und der Vollmond beleuchtet den Himmel. Irgendwo aus der Ferne ertönt eine sanfte Musik. Beethoven lauscht neugierig. An einem kleinen See findet nämlich ein Frühlingsnachtfest statt. Familie Schneck ist da; Frau Maus mit ihren vielen Kindern, allerlei Käfer, Frösche und sogar Herr Maulwurf ist da. Die Glühwürmchen sorgen für eine festliche Beleuchtung. Nach einem kurzen Grillenquartet erscheint Luigi auf der Bühne. Er ist ein berühmter Pianist.  Er beginnt am Klavier zu spielen und belebt die Nacht mit seiner phantasievollen Sonate…

Doris Eisenburger schreibt eine wundervolle Geschichte, die den Kindern die Musik näherbringt. Und die CD zum Buch ist kein einfaches Hörbuch: neben der Geschichte kann man auch Beethovens Mondscheinsonate hören.

9783219116908Die Medlevinger von Kirsten Boie:

Nis kommt mit seinem Vater nicht mehr zurecht. Es war ihm nicht genug, dass er auf einmal aufhörte, Lehrer aller Medlevinger zu sein, nein; er musste dann unbedingt auch Erfinder werden. Sich stundenlang in seiner Werkstatt am Rande des Waldes einsperren. Und schließlich seine gescheiterten Experimente vor allen Medlevingern vorführen.

Johannes hat gar keinen Vater – er wohnt alleine mit seiner Mutter, die sehr viel arbeiten muss. Er hat schon seine Probleme in der Schule: in Englisch erstens, aber nicht nur. Da ist auch Kevin und seine Bande, die ihn erpressen, um Geld von ihm zu bekommen. Dabei drohen sie sogar, dass auch Johannes Mutter in Gefahr ist, wenn dieser nicht bezahlt. Es wird noch komplizierter für Johannes eines Tages, an dem er in seinen Hof zwei kleine Leute trifft, die nicht viel größer als sein Meerschweinchen sind und die ihn anschreien…

Kirsten Boie bringt zwei parallele Welten zusammen. Die Medlevinger sind ein seltsames Volk, das unter der Erde, separat von den Menschen lebt; irgendwie geraten einige von ihnen in Kontakt mit der Oberfläche. Das Abenteuer ist abwechselnd aus den Perspektiven beider Völker erzählt.

51C31wV4kIL._SX353_BO1,204,203,200_Ferdi, Lutz und ich auf Klassenfahrt von Armin Kaster:

Der namenlose Ich-Erzähler macht sich bereit für einen Ausflug mit seiner Schulklasse. Er hat aber Pech: seine Oma fährt mit und nennt ihn die ganze Zeit auch noch „Hase“. Dazu hat sich der Ich-Erzähler noch nicht von seiner Übelkeit von vor zwei Tagen erholt. Es hilft auch nichts, dass sie mit dem Bus fahren müssen: die Geschwindigkeit bringt seinen Magen noch mehr durcheinander. Zum Glück ist er aber nicht allein. Ferdi und Lutz, seine besten Freunde, muntern ihn auf. Lutz ist auch nicht zu froh, in die Natur zu gehen; er hat nämlich so viele Allergien. Ferdi lacht aber Lutz aus und hat immer etwas zum Naschen dabei. Im Wald angekommen verirrt sich die Gruppe erstmals…

Humorvoll und kindgerecht schildert Armin Kaster eine fast schiefgelaufene Klassenfahrt. Die Figuren werden glaubhaft und liebevoll dargestellt; so gewinnen sie die Sympathie des Lesers gleich vom Anfang an. Noch lebendiger wird die Geschichte durch Susanne Göhlichs Illustrationen. Ein echtes Leseabenteuer!

51H0pqWs3YL._SX334_BO1,204,203,200_Flint und fertig von Torsten Wohlleben und Jutta Wetzel:

Flint ist 12 Jahre alt. Irgendwo hat er gelesen, dass sein Leben sich ändern würde, eben weil er zwölf ist. Auf den ersten Blick ist nichts anders: dieselbe Schule, dieselben Freunde… Aber etwas scheint doch nicht in Ordnung zu sein. Eines Tages, als Flint mit Andi und Benni im Wald Piraten spielten, wurden sie von Lea erwischt. Dabei sah sie nur Flint, alleine im Piratenkostüm. Die anderen zwei hatten sich nämlich versteckt. Flint fühlte sich peinlich. Er begann zu verstehen, dass er schon zu alt ist, um Piraten im Wald zu spielen. Und schon längst zu alt für die Bärchentapete in seinem Zimmer – niemand durfte es vorläufig betreten…

Torsten Wohlleben und Jutta Wetzel erzählen Flints Leben mit viel Humor und lustigen Illustrationen. Flint und fertig ist deshalb eine leichte und aufmunternde Lektüre. Man erfährt, wie schwierig es werden kann, wenn man plötzlich kein Kind mehr ist. Aber auch, wie man das alles überleben kann.61qr+DJDClL._SX359_BO1,204,203,200_Für die vollständige Buchtipps können Sie jeden Mittwoch zwischen 13.00 – 14.00 Uhr (auf 630 Khz MW) und zwischen 19.00 – 20.00 Uhr (auf 105,9 Mhz UKW) oder auf livestream die deutsche Sendung des Radio Temeswar hören. Die Sendungen sind jederzeit online abrufbar.

Neue Kinderbücher

Fabelhaft illustriert und einfühlsam erzählt – die neuen Kinderbücher sind lustig und lehrreich. Hier sind sie:

Hallo, ich bin auch noch da von Brigitte Endres

Niemand will das kleine Chamäleon aus dem Zoohandel kaufen! Verzweifelt flieht es auf der Straße, doch hier ist es gefährlich: niemand sieht es und beinahe wird es von den vielen Leuten zertreten. Da trifft das kleine Chamäleon ein Mädchen, das auch sehr einsam ist. Eine Geschichte über Selbstvertrauen, mit ausdruckvollen Illustrationen von Joëlle Tourlonias.

Rotkäppchen hat keine Lust von Sebastian Meschenmoser

Diesmal ist Rotkäppchen gar nicht mehr lieb und umso weniger süß. Sie hat keine Lust, ihren ganzen Sonntag mit dem Geburtstag ihrer Großmutter zu verderben. Und seit wann sind der Wolf und Oma beste Kumpels? Ob der Wolf leckeres Kuchen bäckt oder Oma Fotoalben auftischt – Rotkäppchen bleibt griesgrämig. Lustig und endlich mal anders: kleine Mädchen dürfen ja auch mürrisch sein.

Wir gehören zusammen von Michael Engler

Hase und Igel befreunden sich im Sommer und treffen sich jeden Tag. Da kommt aber der Winter und der Igel erscheint nicht mehr an der Lichtung, wo der Hase auf ihn wartet. Ist das das Ende ihrer sommerlangen Freundschaft? Eine Geschichte über Anderssein und Akzeptanz, mit liebhaften Illustrationen von Joëlle Tourlonias.

Fabers Schatz von Cornelia Funke

Faber bekommt einen Teppich von seinem Opa. Angeblich müsste er mit diesem bis nach Amerika fliegen können, um seinen Opa zu besuchen. Doch der Teppich fliegt nur, wenn man die komischen verschnörkelten Buchstaben, die auf ihn geschrieben sind, laut vorliest. Faber kann das aber nicht und sucht jemanden, der diese merkwürdige Schrift lesen kann. Ein Kinderbuch zur Interkulturalität.

Kuschelige Vorlesegeschichten von Maren Klitzing

Anregende kurze Mitmachgeschichten für die Kleinen – mit Tipps zum Vorlesen für die Eltern. Da geht es um Kuscheldecken, Katzenbabys, Regenwetter und alles, was kuschelig ist. Sogar die Illustrationen von Joëlle Tourlonias sind kuschelweich!

Bücher aus der Reihe Wieso? Weshalb? Warum? – Junior 

Bücher mit Grundbegriffen für kleine Kinder oder deutschlernende Erwachsene; über die Zeit, Formen, Wetter und viele andere Wortschatzgruppen. Großzügig illustriert und sehr gut gegliedert: schön und klar für Groß und Klein.

foto1foto2Um Bücher und CDs auszuleihen, können sich die Kinder in der Bibliothek des Kulturzentrums einschreiben. Lehrerinnen und Lehrer, die mit ihren Klassen die Bibliothek besuchen wollen, können sich unter der E-Mail-Adresse r.cojocariu@ccgtm.ro anmelden, um ein besonderes Programm zu vereinbaren (Kontaktperson: Ruxandra Cojocariu).

 

 

Neue Bücher

In diesem Herbst gibt es in unserer Bibliothek neue Bücher, die über das Goethe-Institut bestellt wurden. Jede Woche wollen wir eine andere Kategorie vorstellen. Diesmal geht es um den Deutschen Buchpreis 2016.

Der Deutsche Buchpreis wird jedes Jahr während der Frankfurter Buchmesse an den besten deutschen Roman des Jahres verliehen. Es werden zuerst 20 Romane nominiert – diese ist die Longlist. Eine Jury wählt daraus sechs Romane (die Shortlist) aus denen der Preisträger gewählt wird.

Dieses Jahr haben wir alle sechs Romane der Shortlist bestellt. Diese sind:

Widerfahrnis von Bodo Kirchhoff: Der Preisträger des diesjährigen Deutschen Buchpreises schildert eine Geschichte der Trauer und der wieder aufblühenden Liebe. Julius Reither, der keine Bücher mehr verlegt, weil es inzwischen mehr Schriftsteller gibt als Leser, und Leonie Palm, die keine Hüte mehr verkauft, weil es keine Hutgesichter mehr gibt, machen sich zusammen auf eine unerwartete, ungeplante Fahrt. Dabei überwinden beide ihre Trauer und lernen zusammen, trotz allem, wieder zu lieben.

Hool von Philipp Winkler: Ein gewaltiger Roman über… Hooligans. Man erfährt mit gnadelosen Details, was das Leben auf der Straße heißt und wie man seine Bande, oder besser gesagt, selbstgewählte Familie, unter brutalen Umständen verteidigt.

Skizze eines Sommers von André Kubiczek: Die Erlebnisse des 16-jährigen René in einem Sommer, den er in Potsdam, seiner Heimatstadt, verbringt. Zum Glück sind auch seine zwei besten Freunde dabei und zusammen feiern sie einen Sommer, wie man ihn nur einmal erleben kann.

Die Welt im Rücken von Thomas Melle: Eine lebhafte, autobiografische Schilderung des Lebens eines manisch-depressiven Kranken. Man tritt in eine unvertraute Gedankenwelt ein, wo etwas einmal glücklich macht, ein anderes Mal aber deprimierend wirkt. Langsam beginnt man aber zu verstehen, was los ist, wie die Krankheit funktioniert und letztens auch, wie man damit leben kann.

Fremde Seele, dunkler Wald von Reinhard Kaiser-Mühlecker: Die Geschichte zweier Brüder – Alexander und Jakob – der eine Soldat, der andere Landwirt. Eine komplizierte Familiengeschichte wird abwechselnd aus dem Sichtpunkt des einen oder des anderen Bruders erörtert – dabei bekommt man als Leser ein vollständiges Bild ihres Familiendramas.

Ein langes Jahr von Eva Schmidt: Alltagsgeschichten der Menschen aus einer namenlosen Siedlung weben sich irgendwie zusammen; da entsteht ein Bild der menschlichen Existenz, mit all ihren kleinen und großen Problemen, Erwartungen und Enttäuschungen, mit Freude und Trauer.

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Neue Bücher in der Bibliothek

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Unsere Bibliothek erwartet Sie im neuen Jahr, um die neuesten Bücher auszuleihen, die über das Goethe-Institut bestellt wurden: Im Bereich Belletristik findet man in den Regalen u.a. den Roman „Die Erfindung der Roten Armee Fraktion durch einen manisch-depressiven Teenager im Sommer 1969“ von Frank Witzel, der 2015 den Deutschen Buchpreis gewonnen hat, sowie weitere Romane die für diesen Preis nominiert wurden. Empfehlenswert ist auch das Krimiroman „Killmousky“ der Georg-Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff.

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Rucksackbibliothek

RKB (1)Zum Lehrmittelzentrum gehören auch zwei „mobile Bibliotheken“ für den Primar- und Sekundarbereich (erste bis zwölfte Klasse). Die Rucksackbibliothek besteht aus zwei Kompaktpaketen mit Kinder- bzw. Jugendbüchern sowie Didaktisierungen, die in Schulklassen für den Unterricht eingesetzt werden können.

Die Lehrkräfte können die Bücher für bis zu sechs Wochen ausleihen und in ihren Klassen bearbeiten.

Die Listen der Bücher finden Sie hier: Rucksackbibliothek Primarbereich und Rucksackbibliothek Sekundarbereich.

Weitere Informationen zur Ausleihe und Didaktisierung der Rucksackbibliothek erhalten Sie unter der E-Mail-Adresse b.barbu@ccgtm.ro  (Bianca Barbu) und während der LMZ-Beratungszeit (Mittwoch 17-19 Uhr).

Selbstlernzentrum

Für alle, die ihre Deutschkenntnisse üben und vertiefen möchten, bietet das Selbstlernzentrum des Deutschen Kulturzentrums Temeswar verschiedene Multimedia-Materialien und 2 Computerplätze mit Internetzugang.

Das Selbstlernzentrum ist für das breite Publikum zugänglich, Hauptbedingung ist die Einschreibung in der Bibliothek des Kulturzentrums (für die Einschreibung beachten Sie bitte die Öffnungszeiten der Bibliothek).

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Lehrmittelzentrum

Unterrichten Sie Deutsch und suchen gute Materialien, um Ihren Unterricht abwechslungsreicher zu gestalten?

LMZWir verfügen über ein Lehrmittelzentrum, das speziell auf die pädagogischen Bedürfnisse für das Fach Deutsch als Fremdsprache zugeschnitten ist. Aber auch für den Unterricht in Deutsch als Muttersprache finden Sie viele geeignete Unterlagen sowie die Rucksackbibliothek.

Das Lehrmittelzentrum (LMZ) richtet sich hauptsächlich an Deutschlehrer/innen und Studierende, aber auch an diejenigen, die ihre Deutschkenntnisse vertiefen wollen.

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