„musica suprimata“ Kolloquium in Temeswar

Erstmals 2011 hat ‚musica suprimata‘ Konzerte mit den Werken ehemals als entartet verfemter Musik in Kooperation mit den Philharmonien Hermannstadt und Kronstadt veranstalten können. Die nächste Stufe war 2015 ein Kolloquium in Partnerschaft mit der Musikakademie „Gheorghe Dima“ in Klausenburg, das dem Hermannstädter Schönberg-Schüler Norbert von Hannenheim gewidmet war.

Jetzt propagiert „Musica Suprimata“ den zweiten siebenbürgischen Komponisten, der sich der Zwölftonmusik verschrieben hatte: den Webern-Schüler Philipp Herschkowitz, diesmal in Zusammenarbeit mit der Musikfakultät der West-Universität Temeswar und der Philharmonie des Banats Temeswar. Am 15. und 16. September findet das Kolloquium statt, das einen Wortteil mit Biografischem und Kompositionsanalysen haben wird und durch Orchester- und Kammerkonzerte, zum großen Teil als Premieren, illustriert wird.

Es ist den Veranstaltern eine besondere Ehre und Freude, die Pianisten Elisabeth Leonskaja und Alexei Lubimovsowohl zu den Konzerten als auch zum Bericht über die Lehrer-Persönlichkeit Herschkowitz‘ einzuladen. Diese beiden gestalten das Samstagabend-Kammerkonzert, zusammen mit dem vor allem in Hermannstadt bekannten Wolfgang Boettcher, dem langjährigen Solocellisten der Berliner Philharmoniker.

Bereits am Freitagabend 15. September, 19.00 Uhr, findet das Orchesterkonzert in der Philharmonie unter der Leitung von Gheorghe Costin mit der Solistin Elisabeth Leonskaja statt, die das 5. Klavierkonzert von Beethoven spielen wird (Beethoven war sowohl für Herschkowitz als auch für Webern und Schönberg eine feste Bezugsgröße.) und zusammen mit Ensemblemitgliedern der Banater Philharmonie Corina Chetreanu und Ana Maria Stănoia 4 Kompositionen ohne und mit Vokalpart in Uraufführungen.

Samstagnachmittag 16. September, 17.00 Uhr, gibt es ein Kammerkonzert in der Musikfakultät, bei dem Sorin Petrescu Werke für Klavier solo von Herschkowitz und Webern spielen wird und die Sängerinnen Cosmina Șerban und Ana Maria Stănoia bei Liedern begleitet. Das Streichquartett der Philharmonie – Horațiu Bălan und Laura Roman, Violinen, Iuliana Ambăruș, Viola und Darius Tereu, Violoncello – spielt einen Quartettsatz von Herschkowitz. Samstagabend 16. September, 19.00 Uhr wiederum in der Musikfakultät setzen Elisabeth Leonskaja, Alexei Lubimov und Wolfgang Boettcher Kompositionen von Herschkowitz in den Zusammenhang mit denen von Schönberg, Beethoven und Bach.

Die Konzerte werden mitgeschnitten und später auch auf youtube veröffentlicht. Ein Interview, das Irene Suchy mit Elisabeth Leonskaja führt, wird es im Oktober im Österreichischen Rundfunk geben.