Buchempfehlungen Oktober

Münchhausen: Die Wahrheit übers Lügen von Flix und Bernd Kissel:

London, 1939. Der britische Geheimdienst hat ein riesiges Problem: ein alter Mann ist auf dem Dach des Buckingham-Palastes mit einer Art Heißluftballon gelandet. Angeblich aus Versehen. Der Mann ist ein Deutscher namens Bürger, hat aber keine Ahnung von Adolf Hitler. Er sei kein Spion, er wolle nur den Kaiser sprechen. Dabei glauben ihm die Briten kein Wort. Jedoch wollen sie zuerst mehrere Informationen von ihm erhalten. Leider müssen sie dafür irgendwie nach der Wahrheit aus Herrn Bürgers Geschichten rätseln: was richtig schwierig ist, weil der Mann nur Verwirrtes über Mondfahrten und -leute erzählt. Jetzt kommt der beste Psychoterapeut aller Zeiten an die Reihe: kein anderer als Sigmund Freud soll mit Herrn Bürger sprechen, um die Wahrheit in dessen Lügen zu enthüllen…

Münchhausen: Die Wahrheit übers Lügen ist eine Premiere für beide Autoren: Flix arbeitet zum ersten Mal als Szenarist und für Bernd Kissel ist das sein erstes Graphic Novel. Die Neuinszenierung ist witzig und gelungen.

Münchhausen: Die Wahrheit übers Lügen von Flix und Bernd Kissel ist 2016 in Hamburg im Carlsen Verlag erschienen und ist aus unserer Bibliothek zum Ausleihen erhältlich.

Flix_coverUnter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein von Mohamed Amjahid:

Mohamed arbeitet als Journalist, bezahlt seine Steuern, redet akzentfreies Deutsch, ist Atheist, Liberal, in Deutschland geboren und so weiter. Auf den ersten Blick ist er ein perfekt intergrieter deutscher Bürger. Jedoch heißt er Mohamed Amjahid und seine Hautfarbe ist vielleicht ein oder zwei Farbtöne „zu dunkel“ – diese zwei Tatsachen machen ihm das Leben als integrieter Bürger viel schwieriger. Deswegen sind seine Probleme unzählig und verschiedener Tiefe: ein Mal meint eine Immobilienagentin, dass er arbeitslos sei, allein wegen seines Namens. Bei der Passkontrolle in Texas, USA, wird er zeitweilig festgenommen und zusätzlich überprüft: eben weil er nicht weiß genug ist. Oder er wird in 2016 am Münchener Bahnhof mit Seife und Brot empfangen, obwohl er auf perfektem Deutsch erklären kann, dass er Journalist sei und in Deutschland arbeite. Oder es wird ihm auf patetisch gedehntes Deutsch erklärt, was ein Fahrradweg sei – obwohl diejenige hilfsbereite Person Bescheid weiß, dass er in Deutschland aufgewachsen ist und dass er perfektes Deutsch spricht.

Amjahid will mit seinem Buch zeigen, dass Rasissmus und Andersmachung nicht aufhören, nicht einmal wenn man ein arbeitender Bürger einer zweiten Generation in Deutschland ist; dass die Hautfarbe noch immer eine sehr große Rolle spielt und dass Vorurteile so weit gehen können, dass Integration gar nicht möglich ist. Ein leidenschaftlich geschriebenes Buch über ein hochaktuelles Thema.

Unter Weißen. Was es heißt, privilegiert zu sein von Mohamed Amjahid ist 2017 in München im Hanser Berlin Verlag erschienen und kann aus unserer Bibliothek ausgeliehen werden.

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